Te Deum laudamus

Sonntag, 11. November 2012, 19 Uhr, Maria Königin, Baldham

W.A. Mozart: Kirchensonate Nr. 17 C-Dur, Te Deum C-Dur, Tantum Ergo D-Dur
Joseph Haydn: Konzert für Orgel und Orchester C-Dur
Johann Michael Haydn: Te Deum D-Dur

Chorgemeinschaft Vaterstetten
Barockensemble Sans-Souci
Veronika Braß - Orgelpositiv
Konstantin Köppelmann – Leitung

Die Geschichte des TE DEUM reicht zurück bis in das sechste Jahrhundert. Über den Verfasser des auch als „ambrosianischen Lobgesang“ bezeichneten Textes herrscht bis heute keine Klarheit. Zugeschrieben wird er allgemein Ambrosius von Mailand, aber auch Augustinus und gelegentlich Hilarius von Poitiers. Der Form nach handelt es sich um einen Prosatext, der aus 29 ungebundenen Zeilen verschiedener Länge besteht und dessen Aufbau entfernt an das Gloria aus der Liturgie der Messe erinnert.
Auch der ursprüngliche liturgische Ort im Gottesdienst ist umstritten – erwogen wird unter anderem, dass es sich um einen Teil der Ostervigil handelt. Schon seit dem 9. Jahrhundert sind Übersetzungen in die Volkssprachen und auch metrische Versifikationen in lateinischer Sprache nachgewiesen.
Das Te Deum wurde in späteren Zeiten zu einem wichtigen Bestandteil bei Staatsakten, gewonnenen Schlachten, Krönungen und dergleichen Anlässen — gebetet wird es heute kaum noch.
Wolfgang Amadeus Mozarts Te Deum in C-Dur entstand vermutlich Ende 1769 in Salzburg für einen besonderen Anlass, der heute nicht mehr genau festzustellen ist. Mit Streichern, Trompeten, Pauken und Orgel instrumentiert, ist es trotz seiner Gliederung in vier unterschiedlich lange Sätze vergleichsweise kurz. Der erste Satz „Te Deum laudamus“ bewältigt dabei den größten Teil des Textes und schaffte den inneren Zusammenhalt über ein mehrmals wiederkehrendes Grundmotiv. Auf das eher verhaltene und nur wenige Takte umfassende Adagio „Te ergo quaesumus“ folgt ein ausgesprochen tänzerisches „Aeternum fac“ im 3/4-Takt, bevor eine Fuge über die zentrale Aussage „In te, Domine, speravi – non confundar in aeternum“ den monumentalen Schluss des Werkes bildet.
Eine ganz ähnliche Gliederung weist das Te Deum von Johann Michael Haydn auf, das 1803 als letzte von insgesamt fünf Kompositionen über diesen Text für den Kaiserhof in Wien als Auftragswerk komponiert wurde. Haydns letztes Te Deum stellt dabei einen Teil zweier Werkzyklen dar, die Kaiserin Marie-Thérèse von Haydn für verschiedene Familienfesttage erbeten hatte und die außerdem jeweils noch eine Messe mit Graduale und Offertorium umfassten. Das Te Deum von 1803 war dabei als Überraschung für Kaiser Franz II. von Österreich an seinem Namenstag gedacht.
Formal übernimmt Haydn die allgemein gängige Gliederung des Textes in vier Abschnitte, wobei das Werk insgesamt deutlich aufwendiger konzipiert ist als das Te Deum von Mozart. Auf den sehr umfangreichen und kunstvoll gearbeiteten Eingangsteil folgt das harmonisch sehr ausgefeilte „Te ergo quaesumus“ als einziger Abschnitt in einem langsamen Zeitmaß. Das anschließende „aeterna fac“ ist als sehr elegantes Menuett im 3/4-Takt komponiert und das Werk wird wie bei Mozart von einer kunstvollen Fuge über das „In te, Domine speravi“ beschlossen die in den Schlusstakten noch einmal das fanfarenartige Hauptthema des ersten Satzes zitiert.
Die sehr ausgefeilte Instrumentierung mit Oboen, Trompeten, Pauken, vollem Streichorchester und Orgel — Mozart verwendet keine Bratschen — kann man dabei vermutlich auch dem besonderen Anlass, für den das Werk entstanden ist, zuschreiben.
Wolfgang Amadeus Mozarts Tantum Ergo galt lange nur als Mozart zugeschriebene Komposition, da sich kein Autograph erhalten hat. Erst 1962 konnte eine Stimmenabschrift in der Benediktinerabtei Neumarkt-St.Veit aufgefunden werden, die Mozart als Komponisten endgültig belegbar machte. Das ausgesprochen fröhliche und mitreißende Werk ist ziemlich sicher um 1772 in Salzburg entstanden und verwendet wie das zeitgleiche Zwillingswerk KV 142 die fünfte und sechste Strophe des Hymnus „Pange lingua“ als Text. Seit dem 15. Jahrhundert wird dieser Teil des Hymnus bei der feierlichen Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten gesungen.

Zu den kleineren Kirchenwerken Mozarts zählt auch die Kirchensonate in C-Dur KV 336. Die genaue Bezeichnung lautet „Sonata all’Epistola“, was auch den Sinn und Zweck des Werkes erklärt: Da im 18. Jahrhundert die umfangreiche Gregorianik des auf die Lesung der Epistel folgenden Graduale als „langweilig“ empfunden wurde, ersetzte man das Graduale zwischen Epistel und Evangelium kurzerhand durch ein Instrumentalstück. Die besonders in Italien übliche Ausschmückung des Gottesdienstes mit oft sehr aufwendigen reinen Instrumentalstücken wurde in Salzburg allerdings durch die Reformen von Erzbischof Colloredo praktisch völlig unterbunden — als einziges „Überbleibsel“ der reinen Instrumentalmusik im Gottesdienst blieb nur die einsätzige Epistelsonate erhalten.

Die Kirchensonate in C-Dur KV 336 stellt das letzte von 17 gleichartigen Werken dar, die Mozart alle zwischen 1768 und 1780 komponiert hat. Formal handelt es sich um den Kopfsatz eines äußerst brillanten Orgelkonzertes, wobei freilich die Orgel rein manualiter im Sinne des Mozartschen Klaviersatzes in virtuoser Manier eingesetzt wird. Die obligatorische Kadenz des Soloinstrumentes vor den Schlusstakten unterstreicht diesen konzertanten Zug — sie findet sich sonst in keiner der anderen Kirchensonaten Mozarts.

Joseph Haydns Orgelkonzert in C-Dur Hob. XVIII,1 ist vermutlich um 1756 entstanden und gehört zu den frühen Werken Haydns, die noch fast gar nichts von der späteren Entwicklung zum weltberühmten Komponisten großer Symphonien und Oratorien ahnen lassen. Neben der Schwierigkeit, Haydns Konzerte für Tasteninstrumente genauer zu datieren, stellt sich noch das viel größere Problem, herauszufinden für welches Tasteninstrument sie konzipiert wurden. Sie können sowohl auf dem Cembalo, der Orgel und sogar auf dem Hammerklavier gespielt werden und auch die Bezeichnung der Werke ist hier nicht einheitlich. In Haydns eigenem Manuskript wird das Werk als „per il clavicembalo“ tituliert, wohingegen auf dem Manuskript der Partitur „Concerto per l’organo“ zu lesen ist.

Das dreisätzige Werk — angeblich entstanden zur feierlichen Ablegung der Ordensgelübde von Haydns Jugendliebe Therese Keller, die damit in den Orden der Clarissinnen eintrat — ist das einzige im Autograph überlieferte Orgelkonzert Haydns. Der wie bei Mozart in südländischer Tradition „klaviermäßig“ und filigran angelegte Orgelpart wird durch die für damalige Zeit relativ aufwendige Orchesterbesetzung mit Oboen, Trompeten und Streichern in einen festlichen und kraftvollen Zusammenhalt eingebettet, der dem Orchester überraschenderweise durchaus auch eine gewisse Eigenständigkeit zugesteht. Zwei fröhliche Ecksätze rahmen hierbei den eher introvertierten und nur mit Streichern instrumentierten Mittelsatz ein, der in seiner Anlage noch stark an Carl Phillip Emanuel Bach erinnert — in den frühen Jahren Haydns großes Vorbild.
(Konstantin Köppelmann)

Das schreibt die Presse:

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