Einführung zum Chorkonzert “Thrice happy who in life excel”

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Georg Friedrich Händel hat in seiner fast 50jährigen Wirkungszeit als Opern- und Oratorienkomponist in London so gut wie keine Schauspielmusiken für das Sprechtheater geschrieben. Neben einer Reihe von kurzen Liedern für das Theater ist das einzige große Projekt dieser Art die Musik zu „Alceste“, die er im Alter von 65 Jahren in Angriff genommen hat – den gleichen Stoff hatte Händel allerdings schon 1726 in seiner Oper „Admeto“ vertont.

Die genaueren Umstände der Entstehung und des letztendlichen Scheiterns der Aufführung von „Alceste“ sind bis heute ungeklärt und einigermaßen rätselhaft. Der eigentliche Text des wie üblich mehrstündigen Schauspiels, zu dem Händel eine wahrhaft prächtige Musik beisteuerte, ist verloren. Mit relativer Sicherheit kann man aber davon ausgehen, dass Tobias Smollet der Autor von „Alceste“ gewesen ist. Vermutlich ist John Rich, der Intendant vom Covent Garden-Theater, der Initiator des Projektes gewesen, denn Händel selbst ist an der Planung mit großer Sicherheit nicht beteiligt gewesen.
Smollet berichtet in einem Brief vom 14. Februar 1749, er habe eine Art Tragödie über die Alkestis-Sage geschrieben, die (ganz gewiß) in der kommenden Saison in Covent Garden zur Aufführung kommen wird, und zwar mit einer Bühnenpracht, wie man sie in Britannien noch nie erlebt hat.

Händel hat die Musik zwischen dem 27. Dezember 1749 und dem 8. Januar 1750 geschrieben, nachdem bereits im September 1749 mit den Vorbereitungen und den Proben für das Schauspiel begonnen worden war. Seltsamerweise fand allerdings die für Februar 1750 vorgesehene Premiere niemals statt und es wurde stattdessen nur ein neues unbedeutendes, von John Rich selbst verfasstes Stück gegeben. Über die Gründe, warum „Alceste“ schließlich noch in der Vorbereitungszeit abgesetzt wurde, werden wir wohl nie etwas Genaueres erfahren.

Händel – pragmatisch wie er nun einmal war – scheint dies aber wohl künstlerisch nicht besonders betroffen gemacht zu haben, denn er ging postwendend daran, die gesamte hervorragende und nun nutzlose Musik umzuarbeiten. Einen großen Teil verwendete er in seiner als „musikalisches Zwischenspiel“ konzipierten dramatischen Kantate „Hercules“, und weitere Abschnitte verarbeitete er in Neubeareitungen seiner Oper „Alexander Balus“ und seines weltlichen Oratoriums „Herkules“.

Auch wenn der Schauspieltext zu „Alceste“ verloren ist, lassen sich aus Händels einzelnen Musiknummern, den Gesangstexten und den erhaltenen Bühnenanweisungen genügend Hinweise auf die Handlung entnehmen. In großen Zügen lässt sich so die Handlung auch anhand – der allerdings stark erweiterten – griechischen Sage rekonstruieren.

Die Hauptpersonen des eigentlichen Dramas – Alkestis, Admetos und Herakles – waren alle Sprechrollen und daher an der Musik nicht beteiligt. Händel schrieb umrahmende Musik für die Hochzeitsfeier im 1. Akt, für den Akt der in der Unterwelt, dem Hades spielt – Charon befördert die Seelen der Toten über den Styx – und für die große Schlußszene, in der Herakles Admetos die gerettete Alkestis zuführt und Apollo zusammen mit den Musen erscheint, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Zwischen diesen größeren zusammenhängenden Szenen, an denen nur die Nebenpersonen der Handlung beteiligt sind, finden sich auch zwei Lieder für die Muse Calliope, deren ursprüngliche Position innerhalb des Stückes nicht mehr genau festzustellen ist. Die gesamte Musik Händels weist ausgesprochen starke französische Einflüsse auf, was besonders bei der relativ umfangreichen Musik für die Hochzeitsszene (Overture und Grand Entré), den Zwischenspielen und den Tänzen ins Auge sticht. Großes Vorbild für die Szene, in der die Ankunft des Gottes Apollo geschildert wird, ist unübersehbar die Musik Jean-Phillippe Rameaus – dem großen französischen Zeitgenossen Händels.

Herakles bei Admetos – nach dem griechischen Mythos
König Admetos lebt in Pherai in Thessalien mit seiner jungen und schönen Gemahlin Alkestis, die ihren Gatten über alles liebt. In früherer Zeit, als Apollo, der die Zyklopen getötet hatte, aus dem Olymp entflohen war und sich gezwungen sah, einem Sterblichen dienstbar zu werden, hatte ihn Admetos freundlich aufgenommen und Apollo hatte ihm seine Rinder geweidet. Seitdem stand der König unter dem wirksamen Schutze des nach neun Jahren von seinem Vater Zeus schließlich wieder in Gnaden angenommenen Gottes.

Weil Admetos die Göttin Artemis gekränkt hat und er daher sterben muss, setzt sich sein Freund Apollo bei den drei Parzen (Schicksalsgöttinnen) dafür ein, dass sie ihm gelobten, Admetos könne dem ihn drohenden Hades entfliehen, wenn ein anderer Mensch für ihn zu sterben bereit sei und in das Totenreich hinabsteigen würde. Apollo verlässt den Olymp und kommt zu Admetos um ihm die Botschaft vom bevorstehenden Tod zu überbringen – aber auch um ihm die Möglichkeit zu verkünden, wie er seinem Schicksal entrinnen könnte. Admetos, der sein Volk milde und redlich regiert, seine Familie und das Leben liebt, ist entsetzt über das was er hört.

Er macht sich daher verzweifelt auf die Suche nach einem Freund, der für ihn zu sterben bereit sei. Alle die hören, unter welcher Bedingung dem König das Leben erhalten werden könnte, wenden sich aber von Admetos ab. Nur Alkestis ist von so reiner und aufopfernder Liebe zu ihrem Gemahl beseelt, dass sie sich bereit erklärt, dem Sonnenlicht für ihn zu entsagen. Kaum hat sie diese Erklärung abgegeben, als auch schon Thanatos (der Tod), erscheint, um sein Opfer ins Schattenreich hinabzuführen.

Während der Vorbereitungen für die Bestattung von Alkestis kommt der umherirrende Herakles, Sohn des Zeus, nach Pherai vor die Tore des Königspalastes. Admetos nimmt seinen Gast, den eigenen Kummer unterdrückend, mit großer Herzlichkeit auf. Als Herakles, durch den Anblick der Trauerkleider des Königs betroffen, ihn um seinen Verlust befragt, erwidert dieser, um den Gast nicht zu betrüben oder gar zu vertreiben, auf eine so ausweichende Weise, dass Herakles der Meinung sein muss, es sei eine ferne Anverwandte gestorben, die nur zu Besuch beim König gewesen ist.

Herakles lässt sich von einem Sklaven in das Gastgemach führen und erfährt von diesem während er Wein vorgesetzt bekommt die wahre Identität der Toten. Um sich der Gunst und der Gastfreundschaft des Königs würdig zu erweisen beschließt Herakles Alkestis zu retten. Er begibt sich heimlich nachts zum Grabmal und wartet dort auf Thanatos, den Totenbeherrscher, der kommt um das Opferblut zu trinken, das im dort gespendet wird. Als Thanatos erscheint springt Herakles aus dem Hinterhalt, umschlingt ihn mit den Händen und zwingt ihn, ihm seine Beute zu überlassen.

Herakles erscheint vor Admetos, der zusammen mit seinen Kindern den Verlust von Alkestis betrauert. An seiner Hand führt er die tief verschleierte Alkestis und übergibt sie Admetos, während er erklärt, dies sei eine Jungfrau, die er als Siegeslohn bei einem Kampfspiel errungen habe. Er übergibt sie Admetos als Dank für dessen Gastfreundschaft als Dienerin und bittet ihn, für sie zu sorgen während er weiter zieht, um neue Kämpfe zu bestehen. Admetus weigert sich jedoch um das Andenken an seine Gattin nicht zu beschmutzen und weil er aus Schmerz über den Tod Alkestis’ kein Wesen mehr in seiner Umgebung haben möchte das ihn an seine Gattin erinnert. Herakles entgegnet, dass den Toten mit übermäßiger Trauer nicht geholfen sei und dass Admetos wenigstens prüfen solle, ob die verschleierte Jungfrau tatsächlich Alkestis gleiche. Weil Admetos seinen Gast, der nur versucht hat ihn auf andere Gedanken zu bringen nicht beleidigen möchte, nimmt er Alkestis schließlich den Schleier ab und erkennt staunend seine Gattin.

Herakles belehrt Admetos, dass er die Stimme von Alkestis allerdings nicht mehr vernehmen könne, bis die Totenweihe endgültig von ihr genommen sei wenn der dritte Tag erschienen ist. Weil er selbstlose Gastfreundschaft an einem Fremden geübt habe dürfe er sie aber zurück in das gemeinsame Gemach führen. Herakles zieht weiter und Admetos und seine Untertanen gedenken in Dankbarkeit und Liebe mit Tanz und Altaropfern der Heldentat des Zeussohnes.

Queen_AnneOde for the birthday of Queen Anne
Eine der farbigsten und kunstvollsten Kompositionen Georg Friedrich Händels ist seine heute selten gespielte „Ode for the birthday of Queen Anne“. Die etwa halbstündige Ode mit dem von Ambrose Philips (1674–1749) verfassten Libretto entstand als Huldigungsmusik zum Geburtstag der britischen Königin Anne am 6. Februar 1713, also einige Monate, nachdem Händel zum zweiten Mal – und nun für immer – nach London zurückgekehrt war. Da zur Zeit der Konzeption des Werkes auch der Abschluss des Friedens von Utrecht bevorstand, an dessen Verhandlungen Königin Anne teilgenommen hatte, wird daher nicht nur der Geburtstag gefeiert, sondern auch der Friedensschluss von Utrecht, der dem spanischen Erbfolgekrieg endlich ein Ende setzte.

Händels Ode besticht dabei nicht durch den äußeren Umfang, oder das, was man in großen Szenen in seinen Opern und Oratorien an Opulenz gewöhnt ist, sondern durch die ausgesprochen ausgefeilte und geradezu kammermusikalischer Finesse, mit der Händel dabei auch deutlich an die englische Musiktradition in der Nachfolge Henry Purcells anknüpft.

Der Text besteht aus sieben Strophen, von denen jede mit einem Refrain schließt: “The day that gave great Anna birth, who fixed a lasting peace on Earth” – “der Tag der uns die Geburt der großen Anna gab, die einen bleibenden Frieden auf Erden errichtete”. Händels Vertonung ist in neun völlig unterschiedliche Abschnitte gegliedert, wobei der kurze Refrain stets vom Chor gesungen wird, aber jeweils ganz unterschiedlich komponiert ist. Den äußeren Bogen bildet dabei die deutlich umfangreichere allererste Version dieses Refrains, die mit dem letzten Refrain identisch ist und nach der bis zur Achtstimmigkeit gesteigerten Komposition des letzten Verses schließlich den festlichen Abschluss des Werkes bildet.

(Konstantin Köppelmann)

Das schreibt die Presse:

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“Neustart mit Chorleiter Thomas Pfeiffer”

Mit Thomas Pfeiffer haben wir unseren Wunsch-Chorleiter gefunden. Hallo Ebersberg, die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur berichteten über den Chorleiterwechsel und über das nächstes Konzert am 29. Oktober 2017, bei dem wir "Die Schöpfung" von Joseph Haydn aufführen.

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“Bis zur Empore hinauf gefüllt”

"Chorleiter Franz Obermair gelang es hervorragend, die kammermusikalische Instrumentierung mit dem von ihm feinfühlig geführten Chor und den lyrisch gehaltenen Soli zu verbinden." (Münchner Merkur)

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