Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier

Kooperationskonzert „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn (1732-1809).

Am Sonntag, den 16. Oktober 2022, gelang allen Beteiligten in der Nazarethkirche nach umfangreichen Proben eine fulminante Konzertaufführung des fast zweistündigen Oratoriums DIE SCHÖPFUNG von Altmeister Joseph Haydn, vielleicht eines seiner bedeutendsten Werke für Solisten, Chor und großes Orchester, basierend auf dem kongenialen Text des Barons Gottfried van Swieten.

Wie war dies möglich geworden?

Drei Chöre (Kantorei Dreieinigkeit und Kantorei Immanuel-Nazareth aus München sowie die  Chorgemeinschaft Vaterstetten) und die dazugehörigen Chorleiter Alexander Kuhlo und Christian Seidler hatten eine visionäre Idee, nämlich die Synergien der Ensembles zu nutzen, um eine inspirierende Interpretation des anspruchsvollen klassischen Chorwerkes auf die Beine zu stellen. 

Gesagt getan, in bester Zusammenarbeit auf Augenhöhe und in gegenseitiger Wertschätzung wurde das ganze Jahr über bis zum Sommer eifrig geprobt und nach dem Ferien auf der Zielgeraden die drei Chöre an einem Probensamstag in Baldham zu einem homogenen Klangkörper zusammengeschmolzen. Das hat allen Sängern/innen neben dem musikalischen Impetus, der dabei aufkam, auch zwischenmenschlich gut gefallen und deutlich gemacht, dass dies der Königsweg der Chormusik für große oratorische Aufführungen sein wird.

Zu den drei Chören gesellten sich auch noch junge, ambitionierte Gesangssolisten aus ganz Deutschland: Xenia von Randow aus Düsseldorf, Stephan Lin aus München und Kai Preußker aus Stuttgart, dazu das bestens aufspielende Orchester Ensemble Nymphenburg mit Konzertmeisterin Isabella Bison und Organisator Felix Stross sowie für die Rezitative ein Hammerklavier mit Robert Schröter, einem ausgewiesenen Fachmann für dieses Instrument.

Die musikalische Kosmologie Haydns, die uns in plastischen Klangfarben mit großem sinfonischen Pinsel in den Chören und in der Darstellung des Chaos zu Beginn des Werkes, aber auch fein ziseliert in den verschiedenen Formen der Rezitative und der Schönheit und Tonmalerei der Arien, Duette und Terzette der Solisten entgegentritt, konnten die Ausführenden unter der dirigentischen Leitung von Dekanatskantor Alexander Kuhlo den zahlreichen Zuhörern in der Nazarethkirche mit Herzblut und Ausdruckskraft ins Herz brennen: den Lobpreis einer gottgewollten, von Gott gehaltenen Schöpfung, zu der auch der Mensch zählt in seiner Gottesebenbildlichkeit, aber eben auch mit seinem freien Willen… 

Die positive Kraft der Musik kam in dieser synergetischen Aufführung mit ihrem Geist des Aufbruchs einer Kirchenmusik, die auf vielen Schultern ruht, bei allen Verbesserungen, die im Detail immer möglich sind, voll zum Tragen. Alle Zuhörer, darunter auch Familien mit Kindern, aber auch die Musizierenden verließen die Kirche an diesem Abend voller Inspiration und aufgeladen mit positiver Energie dieser grandiosen Musik.

Was kann Musik in unseren angstschwangeren Zeiten mehr leisten als ein solches Ergebnis leidenschaftlichen Musizierens von einem Geiste des WIR getragen, auf das allesamt stolz sein können?

Dekanatskantor Alexander Kuhlo

November 2022

Eine persönliche Rückschau des Dirigenten Alexander Kuhlo

Neues aus der Chorgemeinschaft

Das schreibt die Presse: